Mudras

Was sind Mudras?

Übersetzt bedeutet Mudra „Das, was Freude gibt“ - „Mud“ heißt Freude, „ra“ geben.

Mudras sind Gesten, die Energie lenken können. Am bekanntesten sind Mudras, die mit Händen und Fingern geformt werden. (siehe unten)

Trotz dieses vielversprechenden Namens werden Mudras im Westen eher selten praktiziert und sind (noch) nicht wirklich im Yoga-Mainstream angekommen. In Indien dagegen sind Mudras weiter verbreitet als die bei uns so beliebten Asanas (Yogahaltungen).

Wie wirken Mudras?

Energetisch gesehen stehen die verschiedenen Finger sowie die Handflächen für die verschiedenen Chakren bzw. Elemente.

Feuer-Mudras involvieren den Daumen (der mit dem Solarplexus-Chakra Manipura verbunden ist) und sorgen für innere Kraft und einen größeren Selbstwert.
Luft-Mudras nutzen den Zeigefinger, der mit dem Herz-Chakra Anahata verbunden ist - sie wirken stressabbauend und verstärken Gefühle von Freiheit und Freude.
Äther-Mudras aktivieren über den Mittelfinger das Kehlchakra Vishuddi und steigern so die Kreativität.
Die Erd-Mudras gleichen mit Hilfe des Mittelfingers das Wurzel-Chakra Muladhara und wirken – wenig überraschend - erdend und stabilisierend.
Die Wasser-Mudras nutzen den kleinen Finger, um das Sakral-Chakra Svadisthana zu aktivieren und fördern die Gesundheit und das Vorankommen auf dem eigenen Weg.
Mudras, bei denen die gesamte Handfläche beteiligt ist, steigern Konzentration und Klarheit und aktivieren das dritte Auge, also das Stirn oder Ajna Chakra.

Wem das jetzt zu esoterisch klingt: Mudras nutzen die Aktivierung körperlicher Punkte, um das zentrale Nervensystem, die Hormonproduktion etc. zu beeinflussen, wie bei der Akupunktur und -pressur sowie in der chinesischen Medizin. Beispiel: Das vielbeschwörene „dritte Auge“ entspricht physisch der Zirbeldrüse. Im Detail sind die Zusammenhänge noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Jeder kann jedoch die Wirkung der Mudras selbst erfahren, wenn er offen dafür ist und neugierig.

Wie oft und wie lange soll ein Mudra gehalten werden?

Es gibt keine starren Regeln, wie lange oder wie häufig Du ein Mudra üben musst, damit es seine Wirkung voll entfaltet.

Am besten probierst Du verschiedene Mudras erst mal aus, um zu sehen, welche Wirkung sie auf Dich haben.
Fühlst Du sofort etwas? Oder hast Du nur das Gefühl, Deine Hand verkrampft sich?
Wähle das Mudra, das Dich intuitiv am meisten anspricht, das sich für Dich am besten anfühlt!
Das muss nicht unbedingt das Mudra sein, das laut Literatur genau die Wirkung hat, nach der Du suchst.
Dann verknüpfe das Mudra mit einer passenden Körperhaltung und/oder Situation – Meditation, in der Natur sein, eine Pause machen, etc. Das verstärkt die Wirkung und sorgt dafür, dass Du das Mudra regelmäßig praktizierst.
Selbstverständlich kannst Du auch mehrere Mudras miteinander verknüpfen und so deren Wirkung kombinieren und verstärken.
Und schließlich: Erfreue Dich an dem Mudra oder der Mudra-Sequenz – dafür sind Mudras schließlich da!

Mudras, die mit den Händen ausgeführt werden

Viele westliche Yogis beschränken sich auf die wenigen Mudras, die häufig im Yoga-Unterricht vorkommen und wissen häufig nicht genau, warum sie die entsprechenden Mudras üben oder welche Wirkung sie haben. Dazu gehören z. B.:

Anjali (Namaskar) Mudra
Jnana oder Chin Mudra
Vishnu Mudra

Mudras, die nicht mit den Händen ausgeführt werden

Am bekanntesten sind die bisher beschriebenen Mudras, die mit den Händen und Fingern ausgeführt werden. Es gibt aber auch:

Zungen-Mudras, z.B. das Khechari Mudra
Augen-Mudras - dazu gehören auch die zwei bekannten Fixpunkte des Blicks (Drishtis) beim Yoga: Nasikagra (Blick auf die Nasenspitze) und Bhrumadhya (bei geschlossenen Augen Blick von innen auf das dritte Auge).
Und auch die Bandhas zählen zu den Mudras, da Bandhas ebenfalls sehr gute Instrumente sind, um Energie zu steuern: Jalandhara Bandha etwa gilt als Hals-Mudra, Uddiyana Bandha als Bauch-Mudra und Mula Bandha als Beckenboden-Mudra.

 

Welche Mudras bei Dir Wirkung zeigen, auf welche Du stark reagierst, welche Dir gut tun ist sehr individuell und abhängig von deiner Tagesform: Bist Du allgemein ein nervöser Typ oder die Ruhe in Person? Brauchst Du gerade Inspiration oder Erdung? Mudras sind leicht auszuführen und in vielen Situationen hilfreich. Du findest die beliebtesten Mudras im internen Bereich.