Die Wechselatmung (Nadi Sodhana)

Wortbedeutung: Reinigung der Nadis und Nerven.

Nadi       = Nerven
Sodhana = Reinigung

Nadis sind Energiekanäle die den ganzen Körper durchziehen und in denen die Lebensenergie Prana zirkuliert. Man kann sie mit den Meridianen der Chinesen vergleichen, in denen das Chi – der chinesische Ausdruck für Lebensenergie – zirkuliert. Bei der Wechselatmung atmen wir abwechselnd durch die einzelnen Nasenlöcher ein und aus.

Symbolik

Der rechte Nasengang ist der Sonne zugeordnet und damit die Wärme, der Aktivität, dem Intellekt und der männlichen Energie.
Der linke Nasengang ist dem Mond zugeordnet, der Kühle, dem Ruhen und der weiblichen Energie.

Ausführung:

Aufrechte Sitzhaltung einnehmen (z.B. Yogasitz, Schneidersitz, Fersensitz) und die Augen schließen.
Die linke Hand liegt locker auf dem linken Oberschenkel in der Chin Mudra (Daumen und Zeigefinger bilden einen Kreis).
Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand beugen und auf Dauenballen ablegen (Pranayama Mudra Position). Alternativ: Mittelfinger und Zeigfinger berühren das Anja-Chakra.
Die rechte Hand zum Gesicht führen und noch einmal bewusst tief aus- und einatmen.

Dann das rechte Nasenloch mit dem Daumen verschließen.
Durch das linke Nasenloch so lange es geht aus- und wieder einatmen, dann den Atem anhalten (Atempause).
Dann das linke Nasenloch mit dem Ringfinger verschließen.
Und rechts so lange es geht aus- und wieder einatmen, dann den Atem wieder anhalten (Atempause).

Immer durch ein Nasenloch aus- und einatmen, dann durch das andere Nasenloch
aus- und einatmen.
Die Länge der Atemzüge sowie der Atempause im eigenen angenehmen Rhythmus durchführen und mit der Zeit steigern. Dauer ca. 5-10 Minuten (ca. 10 Wiederholungen - je nach Bedarf). Anschließend normal weiteratmen und in sich nachspüren.

Sitz-Alternative: Ist das Sitzen auf dem Boden nicht möglich, kannst Du Dich auch ganz einfach auf einen Stuhl oder Hocker setzen.

Mögliche Wirkungen

Die Atemübung steigert unsere Wachsamkeit. Beruhigt die Nerven und führt schnell zu einer tiefen Ruhe der Gedanken. Sie verbindet die rechte und linke Körper und Gehirnhälfte führt sie wieder ins Gleichgewicht. Die Wechselatmung führt zur Beruhigung und Harmonisierung aller Doshas.
Sie dient als Vorbereitung im Raja-Yoga (geistiges Yoga), um den Zustand der Selbstversenkung zu erreichen.

Am besten Abends üben.